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Kneipp-Verein Syke Mit Kneipp in eine neue Zeit

Syker Verein macht Gesundheitszentrum und eigene Geschäftsstelle in der Riedenpassage auf

Syke. "Wenn jemand Visionen hat, sollte er zum Psychiater gehen." Dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) rutschte dieser Spruch einst heraus. Nennen wir es also Ideen, die Dietmar Benter entwickelt. Ideen rund um das Erbe Sebastian Kneipps (1821-1897). Denn Benter ist Vorsitzender des Syker Kneipp-Vereins. Und wenn es nach ihm ginge, trüge die Stadt Syke irgendwann das Siegel "Kneipp-Stadt". Nun gut, dafür braucht es noch ein paar Einzelteile. Ein Kneipp-Becken im Edgar-Deichmann-Park gibt es schon als sichtbaren Beweis, dass in der Hachestadt Menschen leben, die zumindest einen Teil ihrer Freizeit nach den Vorgaben des Hydrotherapeuten und Naturheilkundlers Kneipp leben. Mehr noch: Die Vereinsmitglieder haben nach Kneipp-Grundsätzen eine Parzelle eingerichtet, arbeiten an einem Kneipp-Rundweg quer durch die City, haben am 1. Oktober ein Gesundheitszentrum in der Riedenpassage eröffnet und führen ab dem 15. Oktober eine vereinseigene Geschäftsstelle auf der anderen Seite des Durchgangs.  Die Räumlichkeiten an der Hauptstraße ergänzen die Turnhalle am Riederdamm, die Bewegungshalle in der Erlenschule und das Sportstudio Syke an der Ferdinand-Salfer-Straße. Überall hat sich der Kneipp-Verein eingemietet. Wobei das Gesundheitszentrum in der Riedenpassage, Hauptstraße 15, neben Kneippianern auch andere Institutionen beherbergen soll. 4000 Euro hat der Verein in Corona-Zeiten für die Einrichtung in die Hand genommen. Rot gepolsterte Stühle treffen dort auf Stehtische, eine kleine Garderobe steht nahe einer kleinen Theke. Gesundheitskurse sollen dort abgehalten werden. Nicht nur vom Kneipp-Verein. Ein Chor und eine Selbsthilfegruppe nutzen das Gesundheitszentrum bereits. Der Kneipp-Verein hätte eigentlich gerne ein einziges Gebäude für seine vielfältigen gesundheitsfördernden Aktivitäten gehabt. Eine Zentrale. Ein Haus wie Wessels Hotel. "Das wäre perfekt gewesen", allerdings auch zu teuer. "Das muss sich ja auch refinanzieren lassen", sagt Benters Stellvertreterin Silke Delicat. Auch im Obergeschoss der Riedenpassage sind Räumlichkeiten frei, aber das schien den Verantwortlichen bei ihren vornehmlich älteren Mitgliedern zu sehr mit Treppen versehen. Entsprechend verabschiedete sich der Vorstand von der Idee, alles zentral einrichten zu können. Nun also die beiden Räume im hinteren Bereich der Riedenpassage. Von hier aus will der Kneipp-Verein weiter wachsen, die gut 300 Mitglieder vermehren. Die Chancen dazu sieht Dietmar Benter gegeben. In dem Fall dank Klimawandel und Coronavirus. "Es herrscht mehr Interesse an Bewegung und der Natur", hat der Vereinsvorsitzende beobachtet. "Das trifft sich gut, wir bieten so etwas an." Diesen Trend würde der Vorsitzende – "ich bin der Kopf des Kneipp-Vereins, Silke ist das Herz" – aufnehmen, um jüngeren Menschen die kneippschen Lehren näher zu bringen. Und so ganz nebenbei mehr Mitglieder zu gewinnen. Auch aus Bremen möglicherweise, denn "da gibt es keinen Kneipp-Verein mehr". Überhaupt haben die Syker im näheren Umland ein Monopol, weil jüngst auch die kneippsche Zweigstelle in Sulingen ihren Betrieb eingestellt hat. "Sie haben kein neues Konzept entwickelt", bedauert Benter. Ein Fehler, der ihm nicht passieren soll. Zurzeit allerdings sind die Kneipp-Jünger eher älteren Semesters. "Sie sind nicht alle internetaffin, also brauchen wir auch eine Geschäftsstelle, wo sie mit Menschen sprechen können", findet Dietmar Benter. Gedacht, getan. Ab dem 15. Oktober öffnet die Geschäftsstelle immer von Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Sonnabend von 10 bis 12 Uhr. Dort sollen dann auch Flyer und Informationsblättchen von anderen Institutionen ausliegen. "Kneipp will ja auch vernetzen", begründet Benter. Das Gesundheitszentrum sollte, so denkt Dietmar Benter, "auch im Interesse der Stadt" sein. Als Frequenzbringer, denn viel Kurse von vielen Anbietern locken viele Menschen zur Hauptstraße. Ein Gesundheitszentrum, "das zieht doch Leute an". Das sei gut für die Hauptstraße. "Der Ruf Sykes ist genauso wie der Kneipps – altbacken", resümiert der Vereinsvorsitzende und will sich daran machen, genau das zu ändern. Dafür soll das Gesundheitszentrum auf Stand gebracht, noch mit speziellen Lüftungsgeräten ausgerüstet werden. Auch wegen der Vorgaben durch das Coronavirus. Den entsprechenden Hygienevorschriften wird das Gesundheitszentrum schon gerecht. Der Gegenwart wäre also Genüge getan. Doch Dietmar Benter wäre nicht Dietmar Benter, wenn das der Endstand wäre. Ein Kneipp-Becken, das in die Hache eingebaut würde, wäre eine Idee, die dem Vorsitzenden gut gefallen würde. Und eine Kneipp-Herberge. Weitere Schritte zur Kneipp-Stadt Syke. Dietmar Benter nennt es Visionen.