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Kneipp-Garten – Eine Oase der Ruhe

Der Kneipp-Garten am Hoyaer Berg in Syke steht jedem offen und soll Endpunkt eines Rundweges werden Leuchtende Kapuzinerkresse, Lavendel und Oregano sind nur einige der Kräuter, die im Kneipp-Garten blühen. Diese „Oase der Ruhe“ stehe allen offen, sagt Dietmar Benter. SARAH ESSING

Syke. Die Einheit von Körper, Geist und Seele. Die steht im Mittelpunkt des Gesundheitskonzeptes, das Sebastian Kneipp vor 150 Jahren erstellte. Im kommenden wird der 200. Geburtstag des gesundheitsbewussten Priesters gefeiert. Dies nimmt der Syker Kneipp-Verein zum Anlass, ein Geschenk zu entwickeln, das allen Sykern und Besuchern zugutekommt: ein Kneipp-Rundwanderweg mitten durch die Stadt. Das biete sich geradezu an, ist der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Benter, überzeugt. Darüber, wie dieser Weg aussehen könnte, hat sich der Verein bereits seine Gedanken gemacht.Im Mittelpunkt sollen die fünf Säulen stehen, auf denen die Kneipp'sche Lehre basiert: Wasser, Ernährung, Pflanzen, Bewegung und Balance. 
Mit dem Wasser würde der Weg am Mühlenteich beginnen, sagt Benter. "Dort steht bereits das Kneipp-Becken", unterstreicht er. Weitere Angebote in und am Wasser könnten noch ergänzt werden – wie zum Beispiel auch Trinkwasserstellen oder Wasserspiele für Kinder. "Ideen gibt es reichlich", sagt der Vereinsvorsitzende. Wie etwa eine Fitnessecke im Mühlenpark oder ein Barfußpadd.

Ab zum ersten Becken in Syke. Die Säulen Ernährung und Bewegung werden quasi "auf dem Weg" mit einbezogen. So ein Spaziergang durch die Stadt ist Bewegung, die jeder in seinem eigenen Tempo absolvieren kann. Und für die Ernährung sucht Benter noch Unterstützer in der heimischen Gastronomie. 
So könnte er sich gut einen "Kneipp-Teller" auf der  Speisekarte in einem der Restaurants vorstellen. "Oder auch einen regionalen Teller mit heimischen, saisonalen Produkten", so Benter. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit und Achtsamkeit mit sich selbst, aber auch mit der Umwelt. Und so plant der Kneipp-Verein eine gemeinsame Aktion mit dem Klima-Aktions-Bündnis.

"Weiter geht es dann entlang der Hache bis zum Hochbeet am Europagarten", führt Benter aus. Dort sollen die Kneipp-Wanderer mehr über die heilende Kraft von Pflanzen erfahren, zum Beispiel in einem Kräutergarten. Dabei könne er sich auch gut eine Kooperation mit der Europa-Union vorstellen. Entlang der Hache geht es in Richtung Kreismuseum. "Dort stand früher mal das erste Kneipp-Becken in Syke", berichtet er. Der genaue Standort muss allerdings noch erforscht werden. Das steht noch auf der To-Do-Liste des Vereins, ebenso wie die Sponsorensuche für Info-Tafeln entlang des Weges.

Durch das Friedeholz würde der Weg quer durch den Wald gehen, am Vorwerk vorbei, bis man schließlich im Kneipp-Garten in der Kleingartensiedlung am Hoyaer Berg erreicht. "Und das kann dann der Endpunkt sein", sagt Benter. Der Garten steht jetzt schon allen Bürgern zur Verfügung, betont er zudem. Eine "Ruhe-Oase", in der man "Dinge entdecken kann, die gut und positiv sind", wie Benter sagt. Inmitten von sattem Grün leuchten die bunten Blumen der Insektenwiese, auf denen sich Bienen, Hummeln und Schwebfliegen tummeln. Mehrere Kräuterbeete verlocken zum Riechen, Fühlen und Schmecken. Ja, betont Benter, von ihnen darf ebenso gern gekostet werden wie von den Obstbäumen und -sträuchern. Bänke und Sitzecken laden zum Verweilen und Pausieren ein. 

Nicht nur nach einem vielleicht langen Spaziergang durch die Stadt, sondern immer. "Der Garten ist ein Ort um sich hinzusetzen, zu schauen, um ein Stück wieder in die eigene Balance zu kommen", sagt Benter. Ganz im Sinne von Kneipp, dessen Konzept vom Einklang von Körper, Geist und Seele auch vor dem Hintergrund moderner Zivilisationskrankheiten und Umweltproblemen aktueller denn je erscheint.Gepflegt wird der Garten von den Mitgliedern des Syker Kneipp-Vereins, und es gab großzügige Unterstützung seitens der Hachestadt. Sie half unter anderem beim Anlegen der Beete und auch das Hochbeet wurde von Mitarbeitern der Stadt gebaut. "Die Zusammenarbeit mit Angelika Hanel funktioniert einfach bestens", ist Benter dankbar für den unkomplizierten Beistand durch die Stadtbiologin. Auch aus diesem Grund wolle der Kneipp-Verein der Stadt gern etwas zurückgeben. 

"Syke könnte eine Kneipp-Stadt werden", ist er überzeugt. Immerhin ist der Syker Kneipp-Verein mit seinen mehr als 300 Mitgliedern der einzige im Umkreis von gut 30 Kilometern. Die nächsten befinden sich in Sulingen und Bremen. Das in Verbindung mit einem Kneipp-Rundwanderweg könnte sich auch für die touristische Vermarktung als wertvoll erweisen.Für die neue Sammelmappe des Stadtmarketings (wir berichteten) ist eine Karte mit dem Kneipp-Wanderweg mitten durch die Stadt bereits in Vorbereitung. 
Nun wünscht sich Benter nur noch eins: mehr Kooperation mit anderen Vereinen. Dass man sich gemeinsam überlegt, was man zusammen machen kann", sagt er, denn er ist auch überzeugt: 
"Wir könnten gemeinsam viel mehr schaffen."