Lust auf Fluss
Syke – Fangen wir mal ganz banal an: Syke liegt an einem Fluss. Bloß davon merkt man meistens nicht sehr viel. Nicht zuletzt deshalb hat der Kneippverein jetzt einen neuen Spazierweg angelegt. Vordergründig, um damit den 200. Geburtstag von Pfarrer Sebastian Kneipp zu ehren. Aber eben nicht nur.„Eigentlich kommt die Hache gar nicht richtig zur Geltung“, sagt Vorsitzender Dietmar Benter. Mal eben das Stadtbild ändern und den Fluss erlebbarer machen, kann er zwar auch nicht. Aber Lust drauf machen, die Ecken abzuklappern, an denen man das Wasser sieht: Das kann der Kneippverein leisten.Knapp sieben Kilometer lang ist der Weg. Von der Innenstadt aus die Hache abwärts, dann einmal quer durchs Friedeholz, rauf auf den Hoyaer Berg und dann wieder zurück in Richtung Innenstadt. Und die einzelnen Stationen auf diesem Weg sind bewusst als „Ruhepunkte“ gedacht.Der Europagarten ist so einer. Denn Benter ist sicher: Die Idee von einem offenen und einigen Europa hätte Pfarrer Kneipp gefallen.Ein weiterer Ruhepunkt ist der alte Friedhof an der B 6, von wo aus man abseits der Bundesstraße auf weichem Waldboden Richtung Freibad weiterlaufen kann. „Hier finden sich Reste aus vergangenen Zeiten, die dazu einladen sollen, sich über die Schnelllebigkeit Gedanken zu machen“, sagt Benter.Ein Stück dahinter verlässt die Route den Flusslauf und führt – einmal über die Straße – quer durchs Friedeholz bis zum Vorwerk und von dort weiter auf den Hoyaer Berg.Beim Kleingartenverein dort oben hat der Kneippverein vor einiger Zeit eine Parzelle gepachtet (wir berichteten). „Dort kann man sich auf einer der vielen Bänke niederlassen und den Blick auf die Stadt richten“, sagt Benter. „Oder aber die Bedeutung der vielen Kräuter im Garten erforschen und erkennen, wogegen sie gut zu gebrauchen sind.“ Was Dietmar Benter und seine Mitstreiter dort ziehen, wirkt gegen Erkältungen, Herzbeschwerden und Verdauungsprobleme – versichern sie zumindest. Auf jeden Fall kann man es aber als Küchenkräuter verwenden.Am Ende der Runde bietet das Kneippbecken am Mühlenteich Gelegenheit, die inzwischen müden Füße zu kühlen.Ursprünglich ging die Idee des Kneippvereins viel weiter: Die Gastronomie sollte ins Konzept einbezogen werden. Ebenso die Kirchengemeinden, die Angebote zu Andacht oder Meditation hätten machen können. Doch all dem hat Corona einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Aber das kann ja in Zukunft noch kommen. Ebenso wie die Wasserspender, die der Verein gerne mit der Stadt zusammen aufstellen möchte.Trotzdem gibt’s so einen Rundweg nicht für lau. Selbst wenn fast alles vorher schon da war. Karten und Info-Flyer kosten Geld. Erst recht die Hinweistafeln an den Ruhepunkten, auf denen erklärt ist, was das alles ist und was es soll. Ohne Spenden, sagt Benter, wäre das nicht möglich gewesen. Und sein Dank gilt diesbezüglich Kreissparkasse, Avacon und der Stadt Syke.