Presseberichte

Landkreis –  Die Corona-Verordnung macht gemeinsames Fußballspielen, das Schießen, Gruppentänze, Schwimmen oder Kneipp-Veranstaltungen unmöglich. Einigen kleinen Vereinen brechen deswegen nun die Einnahmen weg, andere wiederum spüren kaum etwas von den Auswirkungen der Krise. Die Kreiszeitung hat nachgefragt, wie es um die Situation der Vereine im Landkreis Diepholz steht. „Insgesamt läuft es bei uns sehr stabil“, sagt Uwe Drecktrah, Geschäftsführer des Kreissportbunds Diepholz. Zwar würden er und sein Team mit den Mitgliedsvereinen darüber sprechen, aber es gäbe aktuell kaum sorgenvolle Anrufe. Keiner der Mitgliedsvereine sei direkt von einer Insolvenz bedroht. Falls aber doch mal Not am Mann sei, helfe der Landessportbund (LSB) Niedersachsen, der eng mit dem Innenministerium zusammenarbeitet. „Vereine die Unterstützung benötigen, können sich bei der Hotline des LSB melden“, erläutert Drecktrah. Neben dem LSB seien die Vereine auch im ständigen Austausch mit den jeweiligen Fachverbänden. „Unser Team bietet für die Mitglieder ebenfalls Beratungen an. Wer aber nirgendwo Mitglied ist, muss sich in der derzeitigen Situation selbst helfen“, meint Drecktrah. Jede Sportart habe aktuell unterschiedliche Probleme. So vermutet der Geschäftsführer, dass beispielsweise Turnen von der Krise betroffen ist. „Da alle Kurse ausfallen, könnte ich mir vorstellen, dass es Austritte gibt“, sagt er. Doch diesbezüglich differenziert Drecktrah auch zwischen dörflichen und städtischen Vereinen. „In den Dörfern sind viele Menschen schon jahrelang im Verein und die nehmen die derzeitige Situation eher hin als Städter. Dort ist es meist so, dass neue Sportarten einige Monate ausgetestet werden. Da durch die Pandemie alles ausfällt, kommt vielleicht schneller der Gedanke auf ,Ach, das wollte ich eh nicht mehr machen‘“, erklärt er. Nach Angaben von Drecktrah, der auch Vorsitzender des Schützenvereins Bassum ist, würde sich bei den Schützen derzeit nichts bewegen. „Schützenvereine leben nicht vom täglichen Sportangebot, deswegen trifft sie die Krise nicht so sehr.“ Sein Verein konnte die Zeit für eine Spendensammlung und einen Umbau nutzen. Um Spenden bemüht sich auch Dietmar Benter – doch bisher vergebens. „Wo ist die Solidarität untereinander?“, fragt sich der Vorsitzende des Kneipp-Vereins Syke. Er bangt momentan um die Zukunft der gemeinnützigen Organisation, für die Einnahmen aus Kursgebühren neben den Mitgliedsbeiträgen elementar wichtig seien. „Das sind rund 2 500 Euro, die uns monatlich fehlen“, verrät er. Die Ausgaben – unter anderem die Miete für Räume – würden jedoch weiterlaufen. Eine Möglichkeit sei es, die Mietausgaben zu reduzieren oder die Räume aufzukündigen, doch das führe seiner Meinung nach nur zu einer Problemverlagerung auf die Vermieter. „Wir merken jeden Monat mehr, wie das Geld weniger wird.“ Hoffnung setzt Benter in die staatlich angekündigte Novemberhilfe, die 75 Prozent der Einnahmen aus dem Vorjahresmonat verspricht. „Wir wissen aktuell noch nicht, ob die auch gemeinnützige Vereine erhalten werden“, sagt er. Allerdings könnten damit immerhin zwei Monatsmieten bezahlt werden. Bereits während des Lockdowns im Frühjahr schrumpften die Einnahmen erheblich. Entschädigung habe es für den Ausfall jedoch nicht gegeben, da sich der Verein nicht am Rande der Insolvenz bewegen würde, so Benter. Der Vorsitzende wünscht sich Unterstützung, ihm würden Ansprechpartner fehlen, die sagen könnten, welche Hilfe sein Verein in Anspruch nehmen kann. „Wir sind auch ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft und tragen mit unserem Gesundheitsangebot zum Gemeinwohl bei“, meint er. Besonders in der Zeit nach Corona seien die Menschen auf die Kneippvereine angewiesen. Nach seinen Recherchen biete die Stadt Cuxhaven Vereinen in der Krise Hilfe durch ein Förderprogramm an, im Landkreis Diepholz gebe es so etwas aktuell jedoch nicht. Auch von den Hilfen des Landes seien Vereine dieser Art ausgeschlossen, heißt es auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Doch Benter gibt nicht auf und kontaktierte das Ministerium selbst. Dieses habe ihn auf den Niedersachsen-Schnellkredit für gemeinnützige Organisationen aufmerksam gemacht. Darlehen von 10 000 bis 800 000 Euro könnten auf diese Weise beantragt werden. Jedoch sieht Benter eine solche Kreditaufnahme als „allerletzte Möglichkeit“. „Ich hoffe auf Spenden beziehungsweise Fördermitgliedschaften. Leider zeigen sich diejenigen, die im Frühjahr um Unterstützung und Solidarität baten, momentan sehr zurückhaltend. Irgendwie kommen wir da durch und starten ab Frühjahr wieder durch“, sagt er. Bisher ganz ohne finanzielle Unterstützung muss sich zudem der Förderverein Barrier Bad durch die Krise kämpfen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren ein Polster erwirtschaftet, doch geht es 2021 so weiter wie aktuell, müssen wir Konkurs anmelden“, sagt der Vorsitzende Peer Schmidt. Die Einnahmen des Vereins würden sich nach seinen Angaben aus den Zuschüssen der Stadt Syke, den Nutzungsbeiträgen, Veranstaltungen und Mitgliedsbeiträgen zusammensetzen. Doch das Bad ist dicht und somit fallen aktuell wichtige Gelder weg. Aber warum werden Vereine eigentlich nicht gefördert? „Nicht jeder der Hilfe braucht, bekommt auch welche“, sagt Landrat Cord Bockhop. Es gebe bereits die Kulturförderung und die Novemberhilfen vom Land, jedoch „müssen überall Abstriche gemacht und Kompromisse eingegangen werden“, meint Bockhop. Nach seinen Angaben beziehe sich die Novemberhilfe auf die Gastronomie, Vereine sind dabei nicht mit einbezogen. „Deutschland hat eine Vielzahl von Vereinen, auch hier im Landkreis gibt es etliche Angebote. Aber man kann nicht nur einen fördern, dann kommen alle“, erklärt er und beruft sich dabei auf den Gleichheitsgrundsatz. „Wir halten uns trotz Krise an die Vereinbarungen mit den Vereinen, das wurde zu keinem Zeitpunkt diskutiert“, führt er weiter aus. Aber alles zu bezuschussen, ginge eben einfach nicht.

Der NDR war in Person von Jan Rimpl und Sonja Janovova beim Syker Kneipp-Verein zu Gast um einen Beitrag für die Sendung „Das!“ zu drehen. „Das Ganze wird vielleicht am 19. Oktober zu sehen sein“, kündigt Rimpl an. Am Freitag wurden unter anderem Videosequenzen im Fußbecken aufgenommen. Es befindet sich im Edgar-Deichmann-Park. Auch ein Armbecken steht dort. Der Vorsitzende des Vereins, Dietmar Benter, konnte den beiden einiges über Hintergründe und die Geschichte der Kneipp-Behandlung erzählen. Die Wassertherapie wurde nach Sebastian Kneipp benannt. Als er im 19. Jahrhundert an der Lunge erkrankte, nahm er Bäder, unter anderem auch in der Donau. Auf Basis seiner Erfahrungen entwickelte er danach sein Gesundheitskonzept. Gleichzeitig wies er immer wieder den Sinn einer gesunden Lebensweise hin. Die diesjährige Kneipp-Saison ist vorbei. Im nächsten März geht es wieder los“, erzählt Beiratsmitglied Erwien Grote. Dann wird auch er selbst wieder regelmäßig ins Becken steigen.

Syke. "Wenn jemand Visionen hat, sollte er zum Psychiater gehen." Dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) rutschte dieser Spruch einst heraus. Nennen wir es also Ideen, die Dietmar Benter entwickelt. Ideen rund um das Erbe Sebastian Kneipps (1821-1897). Denn Benter ist Vorsitzender des Syker Kneipp-Vereins. Und wenn es nach ihm ginge, trüge die Stadt Syke irgendwann das Siegel "Kneipp-Stadt". Nun gut, dafür braucht es noch ein paar Einzelteile. Ein Kneipp-Becken im Edgar-Deichmann-Park gibt es schon als sichtbaren Beweis, dass in der Hachestadt Menschen leben, die zumindest einen Teil ihrer Freizeit nach den Vorgaben des Hydrotherapeuten und Naturheilkundlers Kneipp leben. Mehr noch: Die Vereinsmitglieder haben nach Kneipp-Grundsätzen eine Parzelle eingerichtet, arbeiten an einem Kneipp-Rundweg quer durch die City, haben am 1. Oktober ein Gesundheitszentrum in der Riedenpassage eröffnet und führen ab dem 15. Oktober eine vereinseigene Geschäftsstelle auf der anderen Seite des Durchgangs.  Die Räumlichkeiten an der Hauptstraße ergänzen die Turnhalle am Riederdamm, die Bewegungshalle in der Erlenschule und das Sportstudio Syke an der Ferdinand-Salfer-Straße. Überall hat sich der Kneipp-Verein eingemietet. Wobei das Gesundheitszentrum in der Riedenpassage, Hauptstraße 15, neben Kneippianern auch andere Institutionen beherbergen soll. 4000 Euro hat der Verein in Corona-Zeiten für die Einrichtung in die Hand genommen. Rot gepolsterte Stühle treffen dort auf Stehtische, eine kleine Garderobe steht nahe einer kleinen Theke. Gesundheitskurse sollen dort abgehalten werden. Nicht nur vom Kneipp-Verein. Ein Chor und eine Selbsthilfegruppe nutzen das Gesundheitszentrum bereits. Der Kneipp-Verein hätte eigentlich gerne ein einziges Gebäude für seine vielfältigen gesundheitsfördernden Aktivitäten gehabt. Eine Zentrale. Ein Haus wie Wessels Hotel. "Das wäre perfekt gewesen", allerdings auch zu teuer. "Das muss sich ja auch refinanzieren lassen", sagt Benters Stellvertreterin Silke Delicat. Auch im Obergeschoss der Riedenpassage sind Räumlichkeiten frei, aber das schien den Verantwortlichen bei ihren vornehmlich älteren Mitgliedern zu sehr mit Treppen versehen. Entsprechend verabschiedete sich der Vorstand von der Idee, alles zentral einrichten zu können. Nun also die beiden Räume im hinteren Bereich der Riedenpassage. Von hier aus will der Kneipp-Verein weiter wachsen, die gut 300 Mitglieder vermehren. Die Chancen dazu sieht Dietmar Benter gegeben. In dem Fall dank Klimawandel und Coronavirus. "Es herrscht mehr Interesse an Bewegung und der Natur", hat der Vereinsvorsitzende beobachtet. "Das trifft sich gut, wir bieten so etwas an." Diesen Trend würde der Vorsitzende – "ich bin der Kopf des Kneipp-Vereins, Silke ist das Herz" – aufnehmen, um jüngeren Menschen die kneippschen Lehren näher zu bringen. Und so ganz nebenbei mehr Mitglieder zu gewinnen. Auch aus Bremen möglicherweise, denn "da gibt es keinen Kneipp-Verein mehr". Überhaupt haben die Syker im näheren Umland ein Monopol, weil jüngst auch die kneippsche Zweigstelle in Sulingen ihren Betrieb eingestellt hat. "Sie haben kein neues Konzept entwickelt", bedauert Benter. Ein Fehler, der ihm nicht passieren soll. Zurzeit allerdings sind die Kneipp-Jünger eher älteren Semesters. "Sie sind nicht alle internetaffin, also brauchen wir auch eine Geschäftsstelle, wo sie mit Menschen sprechen können", findet Dietmar Benter. Gedacht, getan. Ab dem 15. Oktober öffnet die Geschäftsstelle immer von Montag bis Freitag von 15 bis 17 Uhr sowie Mittwoch und Sonnabend von 10 bis 12 Uhr. Dort sollen dann auch Flyer und Informationsblättchen von anderen Institutionen ausliegen. "Kneipp will ja auch vernetzen", begründet Benter. Das Gesundheitszentrum sollte, so denkt Dietmar Benter, "auch im Interesse der Stadt" sein. Als Frequenzbringer, denn viel Kurse von vielen Anbietern locken viele Menschen zur Hauptstraße. Ein Gesundheitszentrum, "das zieht doch Leute an". Das sei gut für die Hauptstraße. "Der Ruf Sykes ist genauso wie der Kneipps – altbacken", resümiert der Vereinsvorsitzende und will sich daran machen, genau das zu ändern. Dafür soll das Gesundheitszentrum auf Stand gebracht, noch mit speziellen Lüftungsgeräten ausgerüstet werden. Auch wegen der Vorgaben durch das Coronavirus. Den entsprechenden Hygienevorschriften wird das Gesundheitszentrum schon gerecht. Der Gegenwart wäre also Genüge getan. Doch Dietmar Benter wäre nicht Dietmar Benter, wenn das der Endstand wäre. Ein Kneipp-Becken, das in die Hache eingebaut würde, wäre eine Idee, die dem Vorsitzenden gut gefallen würde. Und eine Kneipp-Herberge. Weitere Schritte zur Kneipp-Stadt Syke. Dietmar Benter nennt es Visionen.

Motor für ein gesundes Syke

Kneipp-Verein hat neuen Kursraum und eröffnet Geschäftsstelle in der Syke Innenstadt
Syke Der Name Kneipp ist hierzulande untrennbar mit der Wasserkur und dem Wassertreten verbunden. Seit über 47 Jahren gibt es in Syke auch einen Kneipp-Verein, mittlerweile der einzige in der Region. 

Doch die rund 300 Mitglieder treffen sich längst nicht mehr nur zum Wassertreten im Mühlenteichpark. Die Bandbreite reicht von Yoga bis zu Tai Chi. 
„Wir wollen in unserem Verein ein Angebot machen, dass den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird“, sagt Dietmar Benter, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Syke. 
Bislang fanden die verschiedenen Kurse in der Turnhalle Riederdamm, in der Bewegungshalle der Erlenschule und im Sportstudio Syke statt. Ab 1. Oktober kommt nun ein neuer Kursraum in der Riedenpassage, Hauptstraße 15, hinzu. „Hier können wir Kurse und Workshops anbieten und bei Bedarf kann der Raum auch vermietet werden“, so Ben-ter. Die Kneippianer haben neben dem Kursraum auch noch einen Raum direkt gegenüber angemietet. Hier befand sich bis Ende September ein Buchladen. „Den Raum werden wir als neue 3 Geschäftsstelle nutzen. Diese wird montags bis freitags von 15 r bis 17 Uhr geöffnet haben und a zusätzlich mittwochs und sonnabends von 10 bis 12 Uhr“, kün-r digt Dietmar Benter an. „Eine Ge-n schäftsstelle ist gerade für unsere n älteren Mitglieder wichtig. Die 
brauchen einen persänlichen Ansprechpartner“, sagt Silke Deli-cat, zweite Vorsitzende des Syker Kneipp-Vereins. Benter und Deli-cat haben klare Vorstellungen über die Vereinsarbeit: „Kneipp soll ein Motor für ein gesundes Miteinander in Syke sein. Denkbar wäre die Einrichtung eines Gesunheitscentrums und einer Kneipp-Herberge", sagen beide. 
Interessenten können sich über das Kursprogramm in der Geschäftsstelle oder unter kneippverein-syke.de informieren.

Syke – Wenn aus einer Idee nichts wird, ist das zuerst mal doof für den, der sie hatte. Manchmal ergibt sich daraus aber eine andere, vielleicht sogar bessere Idee. Beim Kneippverein sieht es so aus, als könnte genau das dabei herauskommen. Im Ergebnis würde sich die Riedenpassage an der Hauptstraße damit in ein Gesundheitszentrum verwandeln. Die ersten Schritte auf diesem Weg sind schon getan.
„Ein eigenes Kneipp-Zentrum, wo wir alles zentral anbieten können!“ Das ist die ursprüngliche Idee gewesen, die die Vorsitzenden Dietmar Benter und Silke Delicat umtrieb. Wessels Hotel hatten sie dafür im Auge gehabt. „Aber das hätten wir kaufen müssen, und das wäre für uns gar nicht machbar gewesen“, sagt Dietmar Benter. Und so rückte ein anderes Objekt an der Hauptstraße in den Fokus: die Riedenpassage. Das ehemalige Restaurant im Obergeschoss steht leer – zuletzt war dort ein Bildungszentrum für Langzeitarbeitslose drin – , das Yoga-Studio gegenüber hatte gekündigt, und die Büroräume dazwischen werden zum Jahresende frei. Auch das hat sich aber zerschlagen. Es gibt keinen Fahrstuhl, und unsere älteren Mitglieder würden die Treppe nicht schaffen“, sagt Benter. Also wieder neu planen: Immer noch in der Riedenpassage, aber eine Nummer kleiner. Zum Oktober übernimmt der Kneippverein dort jetzt zwei Ladenlokale im Erdgeschoss. Eins stand bereits leer. Dort richtet der Kneippverein gerade einen Kurs- und Seminarraum ein. Für Workshops, Selbsthilfegruppen und Ähnliches. Das zweite Lokal wird gegenüber gerade frei, weil die Betreiberin des Buchladens dort in den Ruhestand geht. Da zieht der Kneippverein mit seiner neuen Geschäftsstelle ein. „Die brauchen wir“, sagt Benter. „Speziell unsere älteren Mitglieder sind nicht sehr internetaffin. Die hätten gern persönliche Ansprechpartner.“ An sechs Tagen die Woche soll geöffnet sein. Zwar nicht durchgehend, aber immerhin. Um die 4 000 Euro muss der Verein für die Umgestaltung der Räume in die Hand nehmen. „Und wenn wir noch 2 000 mehr gehabt hätten, hätten wir auch einen vernünftigen Teppich bekommen“, sagt Benter. Er hat den neuen zwar selbst ausgesucht, ist aber nicht so richtig zufrieden damit. Kann sich der Verein so eine Aktion mitten in der Corona-Krise überhaupt erlauben? Benter: „Corona hat gezeigt, dass die Menschen ein großes Interesse an Bewegung und Natur haben. Wir möchten hier zeitgemäße Angebote machen, die dem Gesundheitsbedürfnis der Menschen entgegenkommen. So, dass es sich für uns lohnt und wir unsere Ausgaben wieder refinanzieren können. Und so, dass wir mittelfristig auch den Altersdurchschnitt unserer Mitglieder deutlich senken können.“ Die Riedenpassage ist für Dietmar Benter dazu praktisch ideal: Mitten in der Innenstadt und damit leicht zu erreichen. Und wenn es ihm gelingt, tatsächlich ein Gesundheits-Zentrum daraus zu machen, werde umgekehrt auch die Innenstadt von so einem Frequenzbringer profitieren, glaubt er. Ganz unrealistisch ist das nicht. Die freien oder frei werdenden Räume bieten die Möglichkeit dafür. Und die Idee an sich scheint durchaus ihren Reiz zu haben. Erstes Indiz: „Das Yoga-Studio bleibt jetzt doch“, sagt Benter. Er glaubt: Mit einem attraktiven Gesundheitsangebot könne der Kneippverein Menschen von auswärts nach Syke ziehen. „Bremen hat gar keinen Kneippverein mehr“, weiß er. „Und im restlichen Umland gibt es auch kaum noch welche.“ Weil viele das Klischee nicht losgeworden sind, glaubt er. „Kneipp ist was für alte Leute, hat man doch immer gesagt. Das stimmt aber gar nicht. Viele Vereine sind nur mit ihren Angeboten auf dem Stand von früher stehen geblieben. Und das hat sie kaputtgemacht. Da gab’s dann keine Nachfolger mehr. Das wollen wir verhindern.“ Zum Beispiel, indem man Kneipp-Angebote stärker im Stadtbild sichtbar macht. Und Benter hat noch eine weitere Idee: „Eine Kneipp-Herberge. Ein kleines Haus mit wenigen Zimmern, wo Kneipp-Gäste von außerhalb übernachten können.“

Böttcher macht nach 15 Jahren Schluss

Syke – 15 Jahre lang hat Heinz-Hermann Böttcher Kurzwander-Gruppen monatlich durch Syke geführt. 
Das tat er für den Kneipp-Verein Syke, der nun mitteilt, dass Böttcher nach einer Tour durch den Edgar-Deichmann-Park am vergangenen Freitag, „überraschend“ von seinem Engagement zurückgetreten sei. 
Gesundheitliche Gründe hätten Böttcher zu diesem Schluss bewogen. In Zukunft werde er nicht nur vielen Menschen fehlen, die die nur 60 Minuten dauernden Führungen vermissen werden, sondern auch der Singgruppe des Kneipp-Vereins. 
Da diese durch das Corona-Virus derzeit ohnehin nicht proben könne, habe Böttcher den Moment genutzt, auch dabei für eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger Platz zu machen. Bei den Kurzwanderungen sei jetzt schon klar, dass Dietmar Benter diese Rolle in Zukunft füllen werde.

Quellenangabe: Kreiszeitung Syke/Weyhe/Stuhr vom 15.06.2020

„Diese Ruhe!  Dieser Blick!“


Kneippverein geht unter die Schrebergärtner und hat noch mehr Ideen für 2021

Manchmal sind es diese kleinen Zufälle, die eine Entwicklung ins Rollen bringen: Als Dietmar Benter neulich mit der Volkshochschule über das Kleingartengelände am Hoyaer Berg spazierte, waren gerade zwei Parzellen frei. Und jetzt ist der Syker Kneippverein unter die Schrebergärtner gegangen.
Syke - „Ich kannte das Gelände vorher gar nichf, sagt der Vorsitzende des Kneippvereins. Für den 66-Jährigen war dieser geführte Rundgang so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Deshalb hatte er auch nicht lange überlegt und die beiden nebeneinander liegenden Parzellen sofort gepachtet. Eine für sich selbst, die andere für den Verein. „Das ist einfach schön, hier oben“, gerät er geradezu ins Schwärmen. „Diese Ruhe! Dieser Blick!“ Eine Gartenbank auf einer der beiden Parzellen ist Benters neuer Lieblingsplatz. Sie steht quasi mitten auf der Hügelkuppe und bietet eine Sichtachse bis zur gegenüberliegenden Seite des Hachetals. Mit dem Kirchturm als Blickfang.
Aber was soll das Ganze überhaupt? Wozu braucht ein Kneippverein einen Kleingarten?
„Weil es dem kneippschen Gedanken enspricht“, sagt Benter. „Das Kneipp-Prinzip ruht auf vier Säulen“, erklärt er. „Wasser, Bewegung, Kräuter, sowie Ruhe und Struktur. Die kann man hier alle in seinen Tagesablauf einbauen. Man kann einen Spaziergang hierher machen oder mit dem Rad fahren, dann etwas im Garten muddein. Zum Beispiel Kräuter pflanzen oder etwas ernten und etwas davon zum Mittagessen mrtnehmen. Und zwischendurch kann man sich mal auf die Bank setzen und die Umgebung genießen.“ Fehlt also bloß das Wasser. „Nö“, sagt Benter. „Wasseranschluss ist vorhanden. Man kann sofort kalte Güsse machen.“
Klar ginge da noch mehr. Ein Armbecken möchte Benter gerne aufbauen. „Wir könnten auch einen großen Bottich zum Wassertreten aufstellen. Es muss ja nicht gleich ein richtiges Kneipp-Becken werden, wie unten am Mühlenteich.“ Schließlich will sich der Verein auch nicht selbst Konkurrenz machen. Aber vielleicht einen neuen Weg beschreiten.
„Kneipp ist die Grundlage von dem, was heute überall unter dem Begriff Wellness läuft“, erklärt Benter. „Nahezu alle Wellness-Programme basieren auf der gleichen Idee. Das einzige Problem für uns dabei ist Kneipp gilt als antiquiert.“ Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, meint Dietmar Benter. „Obwohl ich das Gefühl habe: Das kommt langsam wieder.“
Der Blick auf die Entwicklung seines eigenen Vereins stimmt ihn optimistisch. „Wir haben aktuell um die 300 Mitglieder. Die meisten sind Ü70, aber das verjüngt sich gerade wieder. Wir haben letztes Jahr einige neue Mitglieder aus der U60 dazu bekommen.“
Nicht zuletzt, weil der Syker Kneippverein inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt ist. Benter: „Wir sind mittlerweile der einzige weit und breit. In den Nachbargemeinden haben die Kneippvereine überall nach und nach dicht gemacht. 
Die nächsten sind in Delmenhorst und Hoya. Entsprechend groß ist unser Einzugsgebiet.“
Trotzdem - und das sagt Dietmar Benter an dieser Stelle nicht - hätte es auch den Syker Kneippverein fast erwischt, wäre er, Benter, nicht gewesen. Hätte er im Januar nicht für den Vorsitz kandidiert, wäre die Vereinsauflösung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen.
„Ich möchte Kneipp ins Bewusstsein der Stadt bringen“, sagt Benter. Die Zeit dafür ist günstig: 2021 hätte Pfarrer Sebastian Kneipp seinen 200. Geburtstag. „Bis dahin würde ich gerne einen Kneipp-Rundweg durch Syke anlegen. Vom Becken am Mühlenteich zum Schrebergarten und auf einem anderen Weg wieder zurück. Vielleicht kann man irgendwo in der Stadt auch einen Kräutergarten anlegen“, überlegt Benter. „Ich würde auch gerne die Gastronomie in der Stadt dazu bewegen, ein Kneipp-Menü anzubieten.“
Ideen hat er genug. Benter weiß aber seine Rolle und die seines Vereins richtig einzuschätzen. „Letztlich sind wir nur ein kleiner Teil des Ganzen“, sagt er. „Wir möchten aber gerne unseren Teil dazu beitragen, für Syke ein attraktives Angebot zu machen.“

Kneipp hätte an Syke seine helle Freude


Kneippverein geht unter die Schrebergärtner und hat noch mehr Ideen für 2021

Manchmal sind es diese kleinen Zufälle, die eine Entwicklung ins Rollen bringen: Als Dietmar Benter neulich mit der Volkshochschule über das Kleingartengelände am Hoyaer Berg spazierte, waren gerade zwei Parzellen frei. Und jetzt ist der Syker Kneippverein unter die Schrebergärtner gegangen.
Syke - „Ich kannte das Gelände vorher gar nichf, sagt der Vorsitzende des Kneippvereins. Für den 66-Jährigen war dieser geführte Rundgang so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Deshalb hatte er auch nicht lange überlegt und die beiden nebeneinander liegenden Parzellen sofort gepachtet. Eine für sich selbst, die andere für den Verein. „Das ist einfach schön, hier oben“, gerät er geradezu ins Schwärmen. „Diese Ruhe! Dieser Blick!“ Eine Gartenbank auf einer der beiden Parzellen ist Benters neuer Lieblingsplatz. Sie steht quasi mitten auf der Hügelkuppe und bietet eine Sichtachse bis zur gegenüberliegenden Seite des Hachetals. Mit dem Kirchturm als Blickfang.
Aber was soll das Ganze überhaupt? Wozu braucht ein Kneippverein einen Kleingarten?
„Weil es dem kneippschen Gedanken enspricht“, sagt Benter. „Das Kneipp-Prinzip ruht auf vier Säulen“, erklärt er. „Wasser, Bewegung, Kräuter, sowie Ruhe und Struktur. Die kann man hier alle in seinen Tagesablauf einbauen. Man kann einen Spaziergang hierher machen oder mit dem Rad fahren, dann etwas im Garten muddein. Zum Beispiel Kräuter pflanzen oder etwas ernten und etwas davon zum Mittagessen mrtnehmen. Und zwischendurch kann man sich mal auf die Bank setzen und die Umgebung genießen.“ Fehlt also bloß das Wasser. „Nö“, sagt Benter. „Wasseranschluss ist vorhanden. Man kann sofort kalte Güsse machen.“
Klar ginge da noch mehr. Ein Armbecken möchte Benter gerne aufbauen. „Wir könnten auch einen großen Bottich zum Wassertreten aufstellen. Es muss ja nicht gleich ein richtiges Kneipp-Becken werden, wie unten am Mühlenteich.“ Schließlich will sich der Verein auch nicht selbst Konkurrenz machen. Aber vielleicht einen neuen Weg beschreiten.
„Kneipp ist die Grundlage von dem, was heute überall unter dem Begriff Wellness läuft“, erklärt Benter. „Nahezu alle Wellness-Programme basieren auf der gleichen Idee. Das einzige Problem für uns dabei ist Kneipp gilt als antiquiert.“ Zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung, meint Dietmar Benter. „Obwohl ich das Gefühl habe: Das kommt langsam wieder.“
Der Blick auf die Entwicklung seines eigenen Vereins stimmt ihn optimistisch. „Wir haben aktuell um die 300 Mitglieder. Die meisten sind Ü70, aber das verjüngt sich gerade wieder. Wir haben letztes Jahr einige neue Mitglieder aus der U60 dazu bekommen.“
Nicht zuletzt, weil der Syker Kneippverein inzwischen ein Alleinstellungsmerkmal für die Stadt ist. Benter: „Wir sind mittlerweile der einzige weit und breit. In den Nachbargemeinden haben die Kneippver-eine überall nach und nach dicht gemacht. Die nächsten sind in Delmenhorst und Hoya. Entsprechend groß ist unser Einzugsgebiet.“
Trotzdem - und das sagt Dietmar Benter an dieser Stelle nicht - hätte es auch den Syker Kneippverein fast erwischt, wäre er, Benter, nicht gewesen. Hätte er im Januar nicht für den Vorsitz kandidiert, wäre die Vereinsauflösung wahrscheinlich unvermeidlich gewesen.
„Ich möchte Kneipp ins Bewusstsein der Stadt bringen“, sagt Benter. Die Zeit dafür ist günstig: 2021 hätte Pfarrer Sebastian Kneipp seinen 200. Geburtstag. „Bis dahin würde ich gerne einen Kneipp-Rund-weg durch Syke anlegen. Vom Becken am Mühlenteich zum Schrebergarten und auf einem anderen Weg wieder zurück. Vielleicht kann man irgendwo in der Stadt auch einen Kräutergarten anlegen“, überlegt Benter. „Ich würde auch gerne die Gastronomie in der Stadt dazu bewegen, ein Kneipp-Menü anzubieten.“
Ideen hat er genug. Benter weiß aber seine Rolle und die seines Vereins richtig einzuschätzen. „Letztlich sind wir nur ein kleiner Teil des Ganzen“, sagt er. „Wir möchten aber gerne unseren Teil dazu beitragen, für Syke ein attraktives Angebot zu machen.“